30. Januar 2015: Eigenständig bleiben, statt sich unterjochen lassen

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In Andelfingen plädierte Christoph Blocher am traditionellen Jahrestreffen der SVP-Bezirkspartei für starke und
selbständige Gemeinden.

Es war ein grosses Heimspiel für den SVP-Strategen, ehemaligen Bundes- und Nationalrat Christoph Blocher, als er am Mittwochabend in Andelfingen gleich einen Doppelauftritt hatte.

Bereits am frühen Abend stand das traditionelle SVP-Jahrestreffen der Bezirkspartei mit Gastreferent Christoph Blocher im geschlossenen Rahmen an. An diesem festlichen Anlass wird Rückblick und Ausschau auf die Bezirkspolitik gehalten. «Wir durften ein durchaus aktives Jahr mit zahlreichen gut besuchten Veranstaltungen verzeichnen», bilanzierte SVP-Bezirkspräsident Jürg Grau entsprechend.

Insbesondere die regelmässig am ersten Mittwoch in den ungeraden Monaten stattfindenden Polit-Lunchs erweisen sich als eine ideale politische Plattform, um den Kontakt vom Bürger zum Politiker zu vertiefen. «Wir durften dank der umsichtigen Organisation von Ueli Schlüer immer wieder spannende Referenten begrüssen», hielt Grau fest.

Mit Blick auf das anstehende Wahljahr verwies Grau auf die grossen Herausforderungen, welchen sich die Bezirkspartei mit einer starken Kantonsratsliste zu stellen hat.

Gastreferent Christoph Blocher nutzte seinen Heimvorteil und plädierte im Weinland für die durchaus soliden Gemeindestrukturen. Gerade das beschauliche Weinland lässt überschaubare Strukturen zu. Mit Blick auf mögliche Fusionen verwies er auf die Wirtschaft, wo unter dem Schlag- und für ihn auch Reizwort «Synergien» nutzen zu können, viele Firmen fusionieren, welche dann aber vielfach auch nicht zum gewünschten Erfolg führen. «Wir stellen danach fest, dass rund 80 Prozent wieder scheitern, weil plötzlich in den übergrossen Gebilden die Übersicht fehlt», so Blocher. Auch die EU zeigt gemäss Blocher auf, dass Grösse allein nicht den Erfolg garantiert. Für ihn hat die EU in vielen Bereichen mit gravierenden Folgen die Übersicht verloren.

Mit Blick auf die die kleine Schweiz plädierte Blocher deshalb für starke Gemeinden und für aktive Kantone. «Doch an diesen Strukturen wird gesägt und die Rechte der Bürger werden eingeschränkt oder Verantwortung von unten nach oben verschoben», warnte Blocher. «Wenn der Kanton sagt, wir zahlen die Hälfte, dann bestimmt er, wo es lang geht, und die Gemeinden können nicht mehr mit- reden, auch wenn sie 50 Prozent zah- len», so Blocher. Deshalb sollen die Weinländer Gemeinden an ihren Strukturen festhalten und nicht zuviel Autonomie abtreten, auch dann nicht, wenn man dafür Geld erhält.

Zürcher Bote, 30.01.2015